Jeudi 08 Janvier 2009
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Langsam gesprochene Nachrichten | Deutsc
30 épisodes
Mittwoch, 24. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.GAZA-STADT: Nach neuen massiven Raketenangriffen hat Israel die für diesen Mittwoch angekündigte Öffnung von drei Grenzübergängen zum abgeriegelten Gazastreifen abgesagt. Seit Dienstagabend feuerten militante Palästinenser mindestens 15 Raketen und Granaten auf den Süden Israels ab. Im Norden des Gazastreifens erschossen israelische Soldaten drei bewaffnete Palästinenser, die eine Bombe platzieren wollten. Später wurden im Gazastreifen zwei Hamas-Kämpfer bei einer Explosion getötet. Dem Vernehmen nach detonierten Sprengsätze vorzeitig. Ursprünglich sollten heute Grundnahrungsmittel, Medizin, Treibstoff und Gas zum Kochen in das Gebiet geliefert werden. Die internationale Gemeinschaft hatte sich besorgt gezeigt über die humanitäre Lage in dem von der radikal-islamischen Hamas beherrschten Gazastreifen. ADDIS ABEBA: Einen Tag nach dem versuchten Militärputsch in Guinea berät der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union in einer Sondersitzung über die Situation. Das Treffen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba begann mit einem Gedenken an den am Dienstag verstorbenen Präsidenten Guineas, Lansana Conté. Die Lage in dem westafrikanischen Land ist nach wie vor unübersichtlich. Ein Sprecher der Putschisten präsentierte im Staatsfernsehen eine Liste mit den Namen von 30 Mitgliedern einer Übergangsregierung. Die meisten von ihnen sind Offiziere, wie die Aufständischen selbst. Ihr Anführer, Hauptmann Moussa Dadis, hatte am Dienstag Stunden nach dem Tod des langjährigen Staatschefs erklärt, die Regierung sei abgesetzt, die Verfassung außer Kraft gesetzt. Dem widersprach Ministerpräsident Ahmed Tidiane Souare, der versicherte, alles funktioniere normal. BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler hat trotz der weltweiten Finanzkrise zu Optimismus aufgerufen. Reformen der vergangenen Jahre hätten die deutsche Gesellschaft für die bevorstehenden Aufgaben gestärkt, sagte er in seiner Weihnachtsansprache. Er sei zuversichtlich, dass Deutschland die Herausforderungen meistern werde. Von den Verantwortlichen in Wirtschaft und Gesellschaft forderte der Bundespräsident, mehr auf das Gemeinwohl zu achten. Glaubwürdigkeit bringe verloren gegangenes Vertrauen zurück. Köhler unterstrich, in der Krise liege eine Chance für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Völkern sowie für eine bessere Ordnung von Wirtschaft und Finanzen, BERLIN: Das zweite geplante Konjunkturpaket soll nach Medieninformationen auf 25 Milliarden Euro begrenzt werden. Wie die 'Süddeutsche Zeitung' berichtete, verlautete dies aus Regierungskreisen. Bisher war von einem Konjunkturpaket in Höhe von 40 Milliarden Euro für das Rezessionsjahr 2009 die Rede. Hintergrund der Begrenzung seien die Vorgaben des EU-Stabilitätspakts. Nach neuen Bund-Länder-Gesprächen hatte Kanzleramtschef Thomas de Maizière am Dienstag angekündigt, bis Anfang Januar solle eingegrenzt werden, in welche Bereiche die öffentlichen Hände investieren wollten. Im Visier seien Projekte, die die Wirtschaft zügig ankurbeln; etwa Investitionen in Verkehrswege und schnelle Internetverbindungen, in Energieeffizienz sowie in Schulen und Universitäten. BERLIN: Mit Blick auf das Weihnachtsfest haben mehrere Sozialverbände ein entschiedeneres Vorgehen gegen eine wachsende Armut in Deutschland gefordert. Der Paritätische Wohlfahrtsverband schlug ein Konjunkturprogramm auch für Bedürftige vor. Die kirchlichen Hilfswerke Caritas und Diakonie warnten davor, sich mit Tafeln und Suppenküchen für Bedürftige als Dauereinrichtungen abzufinden. Nach Angaben der Verbände sind immer mehr Menschen auf diese Art der Versorgung angewiesen. SRINAGAR: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sind im indischen Teil Kaschmirs die vor mehr als einem Monat begonnenen Regionalwahlen in ihre letzte Phase gegangen. 50.000 Polizisten wurden in Srinagar, Jammu und dem benachbarten Bezirk Samba stationiert, um mögliche Angriffe und Proteste radikaler Moslems und Separatisten zu verhindern. In der Sommerhauptstadt Srinagar wurden mindestens 20 Menschen bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften verletzt. - Kaschmir ist seit 1947 zwischen Indien und Pakistan aufgeteilt. Im Juli wurde die Region der Regierung in Neu Delhi direkt unterstellt, nachdem die politische Führung im Himalaya-Gebiet zusammengebrochen war. Grund war die umstrittene Entscheidung, Ländereien in der überwiegend von Muslimen bewohnten Region einer hinduistischen Pilgervereinigung zu übergeben. HARARE: Die Cholera-Epidemie in Simbabwe breitet sich nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen immer weiter aus. Es könne noch sechs Monate dauern, bis die Seuche unter Kontrolle sei, warnte der UNICEF-Repräsentant in dem südafrikanischen Land, Roeland Monasch. Seit August starben fast 1.200 Menschen, mehr als 23.700 Menschen erkrankten an Cholera. Die Gesundheitsversorgung ist laut UN zusammengebrochen. Sauberes Trinkwasser gibt es kaum. - Zur Bekämpfung der Seuche stellte China der Regierung in Harare eine halbe Million Dollar zur Verfügung. NEW YORK: Das amerikanische Kreditkartenunternehmen American Express erhält nach eigenen Angaben eine Kapital-Hilfe vom Staat. Die US-Regierung habe einer Summe von umgerechnet 2,4 Milliarden Euro grundsätzlich zugestimmt, teilte das Unternehmen in New York mit. Der Kreditkartenkonzern hatte sein Geschäftsmodell zuletzt in eine Bankenholding umgewandelt, um vom Rettungspaket für Geschäftsbanken profitieren zu können. American Express ist für den laufenden Betrieb auf kurzfristige Finanzierungen angewiesen, deren Markt wegen der Kreditkrise praktisch zusammengebrochen ist. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist stark bewölkt. Örtlich regnet es, im Bergland fällt etwas Schnee. Auflockerungen nur an der Nordsee und im Südwesten. Höchstwerte zwei bis acht Grad. Zuletzt meldeten: Hamburg: 6 Grad, regnerisch; Berlin: 6 Grad, regnerisch; Dresden: 5 Grad, regnerisch; Köln/Bonn: 5 Grad, bedeckt; Frankfurt am Main: 1 Grad, neblig und München: 3 Grad, wolkig.
Dienstag, 23. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.CONAKRY: Nur Stunden nach dem Tod des Präsidenten von Guinea, Lansana Conté, hat das Militär einen Putsch verübt. Die Regierung sowie andere Institutionen des Staates seien aufgelöst und die Verfassung außer Kraft gesetzt, verkündete ein Armeekommandeur im Rundfunk. Conté, der sich selbst an die Staatsspitze geputscht hatte, regierte Guinea 24 Jahre lang diktatorisch. Er erlag 74-jährig einer schweren Krankheit. - Laut der Verfassung des westafrikanischen Landes hätte der Parlamentspräsident vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen und binnen 60 Tagen Präsidentschaftswahlen organisieren müssen. DSCHIBUTI: Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat die Fregatte 'Karlsruhe' in ihren Einsatz gegen die Piraten am Horn von Afrika verabschiedet. Das Schiff lief mit rund 240 Soldaten an Bord im Hafen von Dschibuti aus. Sie ist Teil der EU-Mission Atalanta, mit der die Seesicherheit vor der Küste Somalias wiederhergestellt werden soll. Jung erinnerte daran, dass in diesem Jahr bereits mehr als über 200 Schiffe von Piraten gekapert worden seien. Zwölf Schiffe und 300 Besatzungsmitglieder befänden sich noch in der Gewalt von Piraten. Die Bundeswehr kann bis zu 1.400 Soldaten in den Einsatz gegen die Piraterie im Golf von Aden schicken. NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat das Ende der UN-Mission im Irak offiziell anerkannt. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen verzichtete darauf, das am 31. Dezember auslaufende Mandat für die US-geführte multinationale Truppe erneut zu verlängern. Die Sicherheitslage im Irak habe sich deutlich verbessert, hieß es in einer einstimmig verabschiedeten Resolution. Die rund 140.000 US-Soldaten bleiben aufgrund eines bilateralen Abkommens zwischen Bagdad und Washington weiter im Land. - Noch ungeklärt ist der rechtliche Status von etwa 6.000 Soldaten anderer Nationen. Der irakische Außenminister Hoshyar Zebari sagte vor dem Sicherheitsrat, seine Regierung plane weitere Vereinbarungen mit den betroffenen Staaten. MOSKAU: In der russischen Hauptstadt kommen an diesem Dienstag die Energieminister von 16 Gas-exportierenden Ländern zusammen. Thema ist der Aufbau eines Gas-Kartells nach dem Vorbild der Organisation Erdöl-exportierender Staaten (OPEC). Derzeit sind die Länder lediglich in dem wenig einflussreichen 'Forum Erdgas' organisiert. In Moskau soll zunächst eine Satzung beschlossen werden. An dem Treffen wird auch der russische Ministerpräsident Wladimir Putin teilnehmen. Die EU und die USA hatten bereits im Vorfeld Bedenken geäußert, das neue Kartell könne wie die OPEC durch Absprachen Preise in die Höhe treiben. - Auf der Moskauer Konferenz sind unter anderem der Iran, Libyen, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Venezuela vertreten. PEKING: In China wird die Armutsgrenze deutlich angehoben. Alle Menschen, die jährlich weniger als 1.100 Yuan - umgerechnet 115 Euro - zum Leben hätten, würden von kommendem Jahr an als arm eingestuft, berichtete die staatliche Zeitung "China Daily". Bisher liegt die Grenze noch bei 785 Yuan. Nach der neuen Definition gelten künftig 43,2 Millionen Menschen in der Volksrepublik als arm - fast drei Mal so viele wie bisher. Damit haben sie Anspruch auf Unterstützung durch die staatlichen Hilfsprogramme. Insgesamt hat China 1,3 Milliarden Einwohner. BRÜSSEL: Der frühere belgische Premierminister Wilfried Martens soll nach dem Rücktritt seines christdemokratischen Parteifreundes Yves Leterme einen Ausweg aus der Regierungskrise finden. König Albert II. beauftragte Martens offiziell damit, die Möglichkeiten für eine neue Regierungskoalition auszuloten. Zuvor hatte der König den Rücktritt von Leterme angenommen und diesen gebeten, einstweilen die laufenden Regierungsgeschäfte weiter zu führen. Leterme wird beschuldigt, er habe beim Verkauf der Großbank Fortis Druck auf die Justiz ausüben wollen. Martens war von 1979 bis 1981 und von 1981 bis 1992 Premierminister. Er ist Mitbegründer und Vorsitzender der Europäischen Volkspartei, des Dachverbandes von 74 christdemokratischen Parteien. BERLIN: Die Bundesregierung rückt vorerst von ihrer Finanzhilfe für das umstrittene Tigris-Staudammprojekt Ilisu in der Türkei ab. Nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit bekommt die türkische Regierung noch eine letzte Frist von 180 Tagen, um vereinbarte Umweltschutz-Auflagen für das Projekt im Südosten des Landes zu erfüllen. Wegen Verstößen gegen die Auflagen und Mängeln bei den Umsiedlungsplänen von 10.000 Menschen hatte die Bundesregierung schon vor zwei Monaten mit einem Ausstieg aus der Finanzierung gedroht. Deutschland hatte für den Bau rund 190 Millionen Euro über eine Hermes-Bürgschaft abgesichert. Mit dem Ilisu-Staudamm soll das Wasser des Tigris auf einer 300 Quadratkilometer großen Fläche gestaut werden. DÜSSELDORF: Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB nutzt den staatlichen Rettungsfonds für die Finanzbranche. Nach Angaben des Instituts bewilligte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung der IKB Garantien von bis zu fünf Milliarden Euro für weitere Schuldverschreibungen. Die EU-Kommission habe die Garantien bereits genehmigt. HAMBURG: Altbundeskanzler Helmut Schmidt feiert seinen 90. Geburtstag. Der SPD-Politiker war von 1974 bis 1982 Chef einer sozial-liberalen Koalition. Seine Regierungszeit war von Wirtschaftskrise und dem Terror der Roten Armee-Fraktion geprägt. Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte seine Lebensleistung ebenso wie zahlreiche Politiker aus dem In- und Ausland. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils aufgelockert, teils stark bewölkt und gebietsweise Regen, in Hochlagen auch Schnee. Im Süden und Westen meist trocken. Höchstwerte zwischen zwei und neun Grad. Zuletzt meldeten: Hamburg: 4 Grad, fast wolkenlos; Berlin: 5 Grad, stark bewölkt; Dresden: 5 Grad, bedeckt; Köln/Bonn: 5 Grad, dunstig; Frankfurt am Main: 2 Grad, wolkig und München: 4 Grad, bedeckt.
Montag, 22. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. LONDON: In Großbritannien will Premierminister Gordon Brown mit milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur zahlreiche neue Arbeitsplätze schaffen. In den kommenden zwei Jahren würden umgerechnet elf Milliarden Euro in Bereiche wie Bildung und Verkehr gesteckt, sagte Brown der Zeitung 'Daily Mirror'. In Großbritannien waren im November 1,07 Millionen Menschen arbeitslos und damit so viele wie seit 17 Jahren nicht mehr. - Die Regierung hatte Ende November bereits ein Konjunkturpaket in Höhe von 24 Milliarden Euro angekündigt. Auch wurde die Mehrwertsteuer für den Zeitraum bis Anfang 2010 abgesenkt. TOKIO: Japans Exporte sind wegen der lahmenden Weltwirtschaft dramatisch eingebrochen. Die Ausfuhren gingen im November im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp 27 Prozent auf umgerechnet 42,3 Milliarden Euro zurück, wie das Finanzministerium in Tokio mitteilte. Es ist der massivste Einbruch seit 28 Jahren. - Japan mit der zweitgrößten Wirtschaft der Welt ist in diesem Jahr erstmals seit 2001 wieder in eine Rezession abgerutscht. TOKIO: Der weltgrößte Autokonzern Toyota erwartet erstmals in seiner Geschichte einen operativen Verlust. Wie in Tokio mitgeteilt wurde, geht Toyota im laufenden Geschäftsjahr von einem Fehlbetrag von 150 Milliarden Yen aus. Das sind umgerechnet 1,2 Milliarden Euro. Grund seien der ungebrochene weltweite Absatzeinbruch und die Stärke des Yen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Rekordgewinn von knapp 2,3 Billionen Yen erwirtschaftet. DUBLIN: Die irische Regierung hilft drei angeschlagenen Banken mit insgesamt 5,5 Milliarden Euro. Wie das Finanzministerium in Dublin mitteilte, wird die Anglo Irish Bank mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt. Im Gegenzug erhalte der Staat 75 Prozent der Stimmrechte. Die Bank of Ireland und die Allied Irish Banks sollen je zwei Milliarden Euro bekommen. Der irische Staat wird dafür mit 25 Prozent an den kriselnden Finanzinstituten beteiligt. ISLAMABAD: Bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff im Nordwesten Pakistans sind mindestens acht Menschen getötet worden. Nach Angaben von Geheimdienstvertretern schlugen im Abstand von nur wenigen Minuten Raketen in zwei Dörfern in der Provinz Süd-Waziristan an der afghanischen Grenze ein. Ob unter den Toten Taliban- oder El-Kaida-Führer sind, ist noch unklar. - Die US-Streitkräfte und der Geheimdienst CIA haben in den vergangenen Monaten in der pakistanischen Grenzregion wiederholt Ziele mutmaßlicher Aufständischer bombardiert und dabei auch Zivilisten getötet. Die quasi autonomen Stammesgebiete gelten als Rückzugsraum vor allem für Taliban-Kämpfer. DSCHIBUTI: Verteidigungsminister Franz Josef Jung wird zu einem zweitägigen Besuch am Golf von Aden erwartet, wo sich deutsche Soldaten am Kampf gegen die Piraterie beteiligen. Am Abend will er mit der Besatzung der im Hafen von Dschibuti liegenden Fregatte 'Karlsruhe' sprechen, die seit Freitag per Bundestagsbeschluss dem europäischen Marineverband in der Region unterstellt ist. Ziele der EU-Mission sind, die Handelswege zu sichern und Hilfslieferungen an das durch den Bürgerkrieg zerstörte Somalia vor Piratenüberfällen zu schützen. Der Verteidungsminister will auch politische Gespräche in Dschibuti führen. PRETORIA/ HARARE: Die US-Regierung hält das Konzept der Machtteilung mit Präsident Robert Mugabe im krisengeschüttelten Simbabwe für gescheitert. Solange Mugabe an der Macht sei, werde Washington die gegen Simbabwe verhängten Strafmaßnahmen nicht aufheben, sagte die US-Afrikabeauftragte Jendayi Frazer in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Mugabe habe den Kontakt zur Realität verloren und treibe das Land immer tiefer in den Ruin. ? Der Staatschef Simbabwes hatte sich Mitte September mit Oppositionsführer Morgan Tsvangirai auf die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt, in der Tsvangirai den Posten des Regierungschefs übernehmen sollte. Beide Seiten streiten aber weiter über die Verteilung der Ministerposten. BERLIN: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier setzt sich nach Informationen der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' dafür ein, Häftlinge aus dem US-Gefangenenlager Guantanamo in Deutschland aufzunehmen. Nach Auffassung des SPD-Politikers dürfe der Plan des künftigen US-Präsidenten Barack Obama, das umstrittene Gefängnis auf Kuba zu schließen, nicht am Problem der Aufnahme der Häftlinge in Drittstaaten scheitern, berichtet die FAZ auf ihrer Internetseite. - In Guantanamo haben die USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ausländische Terrorverdächtige inhaftiert. Derzeit gibt es noch rund 250 Häftlinge. BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hält ein neues Verfahren zum Verbot der rechtsextremen NPD nicht für chancenlos. Wenn der Partei Verbindungen zu gewalttätigen Neonazi-Gruppen nachgewiesen werden könnten, dann könne sich die Sache neu darstellen, sagte Schäuble im Ersten Deutschen Fernsehen. - 2003 war ein erstes NPD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert, weil sich das Belastungsmaterial in erheblichem Umfang auf Aussagen von V-Männern des Verfassungsschutzes stützte. - Nach dem Messerangriff eines mutmaßlichen Neonazis auf den Polizeichef von Passau, Alois Mannichl, mehren sich die Forderungen nach einem neuen NPD-Verbotsverfahren. Bayerns Regierungschef Horst Seehofer kündigte eine neue Initiative des Bundesrats zur Prüfung eines solchen Verfahrens an. BERLIN: Die weltweit schlimmsten humanitären Krisen im zu Ende gehenden Jahr haben sich nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation 'Ärzte ohne Grenzen' in der Demokratischen Republik Kongo, in Somalia, im Irak und im Sudan ereignet. In einer in Berlin veröffentlichten Liste weist die Organisation zudem auf verheerende Krisen in der äthiopischen Somali-Region, in Pakistan, Birma und Simbabwe hin. - Der Präsident von 'Ärzte ohne Grenzen', Christophe Fournier, sagte, die Liste solle die Aufmerksamkeit auf Millionen Menschen lenken, die unter Konflikten und Kriegen litten und medizinisch unterversorgt seien. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte und im Süden weiter wolkenreich und zeitweise Regen. Nördlich der Mittelgebirge Auflockerungen. An den Küsten Aufheiterungen. Tagestemperaturen vier bis 12 Grad. Am Morgen meldeten: Hamburg: 9 Grad, wolkig; Berlin: 9 Grad, Regen; Dresden: 8 Grad, nach Regen; Köln/Bonn: 9 Grad, bedeckt; Frankfurt am Main: 8 Grad, nach Nieselregen und München: 6 Grad, etwas Regen.
Sonntag, 21. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.PRAG: Der künftige Ratspräsident der Europäischen Union, Mirek Topolanek, will dafür sorgen, dass die Maßnahmen der EU-Mitgliedsstaaten zur Ankurbelung der Wirtschaft nicht ausufern. Die Konjunkturprogramme müssten zeitlich begrenzt bleiben und sich an die Regeln des Marktes und des Stabilitätspakts halten, sagte der tschechische Regierungschef in einem Interview der Nachrichtenagentur AFP. Topolanek wird am 1. Januar für ein halbes Jahr den EU-Ratsvorsitz übernehmen. Als weitere Schwerpunkte seiner Amtszeit nannte der konservative Politiker die Energie- und Außenpolitik. Neben einem verbesserten Verhältnis zu den USA strebe er vor allem eine rasche Heranführung von Balkanstaaten wie Kroatien und Serbien an die EU an. Die Rettung des EU-Reformvertrags von Lissabon sieht Topolanek dagegen nicht als vordringlich an. WASHINGTON: Der designierte US-Vize-Präsident Joe Biden hat vor der Gefahr eines - so wörtlich - totalen Absturzes der Wirtschaft der Vereinigten Staaten gewarnt. In einem Fernsehinterview, das an diesem Sonntag ausgestrahlt wird, sagte Biden, die US-Wirtschaft sei in einem weit schlechteren Zustand als zunächst gedacht. Um sie aus der Krise zu bringen sei ein kühnes Konjunkturprogramm in einer Größenordnung von 600 bis 700 Milliarden Dollar nötig, erklärte Biden. BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bürger in Deutschland angesichts der Wirtschaftskrise zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung aufgerufen. Zur Lösung der Probleme bedürfe es der Mitwirkung aller, sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft im Internet. Die Kanzlerin kündigte an, bei dem für Anfang 2009 geplanten zweiten Konjunkturpaket werde der Schwerpunkt auf Investitionen in die Zukunft liegen. - Nach Medienberichten soll das Konjunkturpaket ein Volumen von bis zu 40 Milliarden Euro haben. Unter anderem sei geplant, den Krankenkassen einen Zuschuss von zehn Milliarden Euro zur Senkung der Beiträge zu geben, hieß es. BERLIN: SPD-Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier hält es für möglich, dass seine Partei bei der Hessenwahl im Januar und bei der Bundestagswahl im September stärkste Partei wird. Der "Bild am Sonntag" sagte Steinmeier, die Zeit rufe nach sozialdemokratischen Antworten. Die Marktradikalen hätten die gegenwärtige Krise eingebrockt, jetzt gehe es um eine gerechte neue Wirtschaftsordnung, in der auch der Staat handlungsfähig sei. Diese Aufgabe könne die SPD am besten lösen. BERLIN: Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat Städte und Gemeinden aufgefordert, Tagesmütter besser zu bezahlen. Die Kommunen würden gut qualifizierte Tagesmütter benötigen und sollten auch deshalb überlegen, die Gehälter zu erhöhen, sagte von der Leyen der 'Welt am Sonntag'. Der Beruf der Tagesmutter müsse aus der Nebenjobecke geholt werden, so die Ministerin. In Deutschland gibt es rund 30.000 staatlich geförderte Tagesmütter. Sie müssen ab Januar ihr Einkommen erstmals versteuern und Sozialabgaben zahlen. ATHEN: In der griechischen Hauptstadt ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Hunderten Jugendlichen und der Polizei gekommen. Nach einer Gedenkfeier für einen 15-Jährigen, der am 6. Dezember von einer Polizeikugel getötet worden war, warfen Jugendliche Steine und Brandsätze auf Polizisten. Die Beamten setzten Tränengas gegen die Randalierer ein. - In Hamburg kam es am Rande bei einer Solidaritätsdemonstration für die Demonstranten in Griechenland zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Nach Polizeiangaben wurden vier Beamte verletzt und zehn Demonstranten festgenommen. PEKING: China beteiligt sich mit drei Kriegsschiffen am internationalen Einsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias. Die Schiffe - zwei Zerstörer und ein Versorgungsschiff - würden Ende Dezember auslaufen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua Verteidigungsminister Liu Jianchao. Damit nehmen die Streitkräfte der Volksrepublik erstmals an einer internationalen Militärmission teil. - Der Bundestag hat am Freitag der Mitwirkung der Bundesmarine an dem Einsatz am Horn von Afrika zugestimmt. DENVER: Bei einem Flugzeugunglück auf dem Airport von Denver im US-Bundesstaat Colorado sind 38 Menschen verletzt worden. Die Boeing 737 der Fluggesellschaft Continental Airlines war nach Behördenangaben von der Startbahn abgekommen und hatte Feuer gefangen. Experten vermuten, dass die Maschine noch nicht abgehoben hatte, weil die Zahl der Opfer sonst weit höher wäre. Die Boeing mit insgesamt 112 Menschen an Bord sollte nach Houston fliegen. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nur nordöstlich der Elbe anfangs noch etwas Sonne. Später auch dort viele Wolken und Regen. Es ist für die Jahreszeit zu mild mit Tagestemperaturen zwischen vier und elf Grad. Am Morgen meldeten: Berlin: vier Grad wolkig; Dresden: vier Grad, stark bewölkt; Hamburg: vier Grad, heiter; Köln/Bonn: sieben Grad, Regen; Frankfurt am Main: sechs Grad, Nieselregen sowie München: sechs Grad, Regen.
Samstag, 20. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.WASHINGTON: Der künftige US-Präsident Barack Obama hat die Zusage staatlicher Milliardenhilfen für die marode Automobilindustrie begrüßt. Er wolle sich als künftiger Präsident für das langfristige Überleben der US-Autoindustrie einsetzen, sagte Obama. Dabei wolle er dafür sorgen, dass bei anstehenden Umstrukturierungen nicht die Arbeitnehmer die Hauptlast zu tragen hätten. Gleichwohl betonte Obama, alle Beteiligten müssten einen Beitrag leisten. Die Auto-Gewerkschaften haben davor gewarnt, den Beschäftigten zu große Einbußen zuzumuten. Der scheidende Präsident George W. Bush hatte seine Bereitstellung von bis zu 17,4 Milliarden Dollar für General Motors und Chrysler an Bedingungen geknüpft, darunter eine Anpassung des Lohnniveaus an das ausländischer Autoproduzenten in den USA. BRÜSSEL: Das von der internationalen Finanzkrise schwer getroffene EU-Mitglied Lettland erhält ein internationales Kreditpaket in Höhe von 7,5 Milliarden Euro. Wie die EU-Kommission in Brüssel mitteilte, beteiligt sich die Europäische Union mit 3,1 Milliarden Euro an dem Hilfsprogramm. Weitere Gelder kommen von der Weltbank und den skandinavischen Ländern. Lettland hat mit der schwersten Rezession aller 27 EU-Staaten zu kämpfen. BRÜSSEL: Der belgische König Albert II. hat eine Entscheidung über das Rücktrittsangebot der Regierung von Ministerpräsident Yves Leterme vertagt. Albert wolle zunächst Konsultationen über das weitere Vorgehen in der Regierungskrise führen, teilte das Königshaus mit. Der belgischen Regierung wird vorgeworfen, Druck auf die Justiz ausgeübt zu haben, um den Verkauf des angeschlagenen Finanzkonzerns Fortis an die französische Bank BNP durchzusetzen. GAZA-STADT: Bei einem israelischen Luftangriff auf militante Palästinenser sind im Gazastreifen ein Mensch getötet und drei verletzt worden. Ein Verteter des israelischen Militärs sagte, der Angriff in der Nähe der Stadt Dschebalja habe einer Gruppe gegolten, die Raketen auf Israel abfeuern wollte. Ein Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas-Organisation, die den Gazastreifen kontrolliert, war am Freitag offiziell abgelaufen. Bereits in den Tagen davor war der Süden Israels wiederholt vom Gazastreifen aus mit Raketen beschossen worden. Im Gegensatz zu Israel weigert sich die Hamas, den Waffenstillstand zu verlängern. Die USA und die Vereinten Nationen riefen beide Seiten auf, Ruhe zu bewahren. KABUL: Bei einem Bombenanschlag im Südwesten Afghanistans sind drei dänische Soldaten der internationalen ISAF-Schutztruppe getötet worden. Ein weiterer Soldat erlitt Verletzungen, als eine am Straßenrand versteckte Bombe explodierte. In Afghanistan sind rund 700 dänische Soldaten stationiert. Nach Informationen der Agentur AP wollen die USA ihre Truppen in Afghanistan um 3.000 Soldaten verstärken. Anfang nächsten Jahres würde eine Luftwaffenbrigade in das westasiatische Land entsandt, so AP. Derzeit sind rund 31.000 US-Soldaten in Afghanistan im Einsatz. PRAG: Das Parlament in Tschechien hat es abgelehnt, die Mandate für die Auslandsmissionen der Streitkräfte des Landes zu verlängern. Damit müssen rund 500 tschechische Soldaten ihren Einsatz in Afghanistan mit Ablauf des Jahres beenden. Auch die 550 Soldaten der Kfor-Mission im Kosovo sowie fünf Ausbildungsoffiziere im Irak müssen zurückgezogen werden. Für die Regierung von Ministerpräsident Mirek Topolanek bedeutet die Parlamentsentscheidung eine schwere Niederlage. NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat das seit fünf Jahren geltende Waffenembargo gegen Liberia um ein weiteres Jahr verlängert. Zwar habe die Regierung von Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf erhebliche Fortschritte beim Wiederaufbau des westafrikanischen Landes erzielt. Gleichwohl gehe von ihm noch eine Bedrohung der Sicherheit in der Region aus, heißt es in einer Erklärung. Ein fast 15 Jahre dauernder Bürgerkrieg in Liberia war erst 2003 beendet worden. Sirleaf wurde im November 2005 zur Präsidentin gewählt. Ebenfalls um ein Jahr verlängerte der Sicherheitsrat die Reiseverbote für liberianische Persönlichkeiten, die den Friedensprozess in dem früheren Bürgerkriegsland behindern. Dazu zählen mehrere aus dem Umfeld des ehemaligen Staatschefs Charles Taylor, dem derzeit vor einem Sondertribunal der Prozess gemacht wird. BERLIN: Der Bundestag hat der Beteiligung der Marine am EU-Einsatz gegen Piraten vor der Küste Somalias mit großer Mehrheit zugestimmt. Das beschlossene Mandat gilt für ein Seegebiet von drei Millionen Quadratkilometern und sieht die Entsendung einer Fregatte und von bis zu 1.400 Soldaten vor. An der EU-Mission 'Atalanta' wollen sich mindestens acht Länder beteiligen. BERLIN: Als Konsequenz aus dem Messerangriff eines mutmaßlichen Neonazis auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gefordert, den Fahndungsdruck auf die rechtsradikale Szene zu erhöhen. Polizei und Verfassungsschutz müssten mit aller Härte jede rechtsextremistische Äußerung und Handlung verfolgen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat der Zeitung 'Bild am Sonntag'. Der vor einer Woche bei dem Attentat schwer verletzte Mannichl konnte am Freitag das Krankenhaus verlassen. BERLIN: Der Bundesrat hat bei seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause eine Reihe lang umstrittener Gesetze verabschiedet. So billigte die Länderkammer mit knapper Mehrheit das BKA-Gesetz, das dem Bundeskriminalamt erlaubt, zur Abwehr terroristischer Gefahren auch vorbeugend zu ermitteln. Dabei können unter anderem Computer von Verdächtigen online durchsucht werden. FDP und Grüne kündigten Verfassungsbeschwerden gegen das Gesetz an. MÜNCHEN: Der schwer angeschlagene Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate will mehr als ein Drittel seiner Arbeitsplätze abbauen. Die Zahl der Mitarbeiter werde in den kommenden drei Jahren von rund 1.800 auf etwa 1.000 verringert, teilte die Bank mit. Der Großteil davon befände sich im Ausland. Die Münchener Privatbank war im Zuge der Finanzkrise in Schieflage geraten und braucht massive Unterstützung aus dem Banken-Rettungsfonds der Bundesregierung. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Regen, im Südosten etwas Schnee. Höchstwerte zwei Grad Celsius im Süden und bis zu zehn Grad am Niederrhein.


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